05.09.2026
Hatha, Vinyasa, Yin: welcher Yogastil passt zu dir?
Drei Namen, die in fast jedem Stundenplan stehen – und selten erklärt werden. Was die Stile unterscheidet und woran du merkst, welcher gerade zu dir passt.

In Stundenplänen stehen Wörter, die für Außenstehende wenig hergeben. Hatha, Vinyasa, Yin – es klingt, als müsste man das vorher wissen. Muss man nicht, aber es hilft.
Hatha: langsam und deutlich
Hatha ist der Stil, mit dem die meisten anfangen, und der Stil, den ich am häufigsten unterrichte. Die Haltungen werden einzeln aufgebaut, gehalten und wieder aufgelöst, mit Zeit dazwischen. Dadurch merkst du überhaupt, was passiert – und ich kann ansagen, was zu korrigieren ist.
Hatha ist kein Anfängerstil im Sinne von „einfach“. Eine Haltung eine Minute zu halten ist anstrengender, als schnell durch sie hindurchzugehen. Aber es ist der Stil, in dem du am schnellsten lernst, wie deine Übungen sich anfühlen sollen.
Vinyasa: Bewegung im Atemtakt
Vinyasa verbindet die Haltungen zu einem Fluss, der dem Atem folgt: eine Bewegung beim Einatmen, eine beim Ausatmen. Das macht die Stunde dynamischer und körperlich fordernder, und es ist der Stil, bei dem man am ehesten ins Schwitzen kommt.
Wer den Kopf nicht abschalten kann, kommt hier manchmal leichter zur Ruhe als im langsamen Hatha – weil die Bewegung so viel Aufmerksamkeit braucht, dass für Grübeln kein Platz bleibt.
Yin: lange halten, wenig tun
Yin geht in die andere Richtung. Die Haltungen sind meist am Boden und werden mehrere Minuten gehalten, mit entspannter Muskulatur. Gearbeitet wird nicht mit Kraft, sondern mit Zeit – angesprochen sind Bindegewebe und Faszien.
Yin ist unbequem, aber auf eine stille Art, und es ist der Stil, bei dem am meisten im Kopf passiert. Viele finden ihn zunächst langweilig und später unverzichtbar.
Was das für dich heißt
Es gibt keinen richtigen Stil, nur einen, der gerade passt. Eine grobe Orientierung: wenn du neu bist oder deinen Körper genauer verstehen willst, fang mit Hatha an. Wenn du dich auspowern willst, nimm Vinyasa. Wenn du verspannt bist und schlecht runterkommst, probiere Yin.
In meinen offenen Kursen steht sanftes Hatha Yoga im Mittelpunkt, mit Elementen aus den anderen Stilen. Am einfachsten ist, du kommst zu einer Probestunde und schaust selbst – Lesen hilft hier nur begrenzt weiter.